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Kompetenzzentrum

ARD/ZDF-Onlinestudie 2010: Phase der Konsolidierung

Zum 14. Mal wurde 2010 die ARD/ZDF-Onlinestudie durchgeführt. Birgit van Eimeren und Beate Frees stellen in ihrem Beitrag fest, dass sich das Internet nach Jahren des rasanten Wachstums nunmehr in einer Phase der Konsolidierung befindet. Hierauf weisen vor allem deutlich geringere Steigerungsraten in der Onlinenutzung hin. In manchen Bevölkerungsgruppen ist inzwischen eine Sättigung erreicht, so bei den 14- bis 19-Jährigen, die zu 100 Prozent Onlinenutzerinnen und -nutzer sind.

Insgesamt nutzten im Frühjahr 2010 69,4 Prozent der deutschsprachigen Erwachsenen wenigstens gelegentlich das Internet. Dies entspricht hochgerechnet 49,0 Millionen Menschen ab 14 Jahren. Frauen haben bei der Internetverbreitung aufgeholt, allerdings nutzen Männer nahezu alle Internetanwendungen häufiger. Knapp die Hälfte der von Onlinern im Netz verbrachten Zeit entfällt auf Kommunikation, zu den meistgenutzten Inhalten im Netz gehören aktuelle Nachrichten.

Die Nutzung von Bewegtbildern (z.B. Videoclips, Fernsehsendungen) gehört zu den weiter wachsenden Bereichen des Internets. Fast jeder Teenager (87 % der 14- bis 19-jährigen Onliner) und über die Hälfte der 20- bis 29-jährigen Onliner (55 %) schauen sich mindestens einmal die Woche bewegte Bilder im Netz an, wie van Eimeren und Frees berichten. Es findet ein Markentransfer vom Fernsehen ins Internet statt, (Fernseh-)Marken geben Orientierung und werden auf weiteren Plattformen und über neue Nutzungswege verfügbar. Dabei wächst die Konvergenz zwischen Internet und Fernsehen im Sinne der Verbreitung gleichen Inhalts über verschiedene Verbreitungsplattformen. Im Gegensatz zum klassischen Fernsehen ist das Onlinefernsehen kein Gemeinschaftserlebnis, sondern es wird alleine geschaut.

Das so genannte Web 2.0 gilt als starker Antreiber der Internetentwicklung, unter anderem weil es Mitmachmöglichkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer bietet. Katrin Busemann und Christoph Gscheidle bestätigen dagegen Ergebnisse früherer Jahren, dass die meisten Angebote durch eine nur geringe Zahl von Onlinern mit Inhalten versorgt werden, der Kreis der aktiven Web-2.0-Nutzerinnen und -Nutzer sinkt bei den meisten Anwendungen. Es festigt sich außerdem das Bild einer Zwei-Klassen-Gesellschaft der Mitmachanwendungen: Neben massenattraktiven Formen wie Videoportalen, Wikipedia und privaten Netzwerken stehen solche, die relativ kleine Zielgruppen bedienen, wie etwa Fotocommunitys, Weblogs und Twitter.

Das Internet ist ein weiterer Distributionsweg für den Hörfunk geworden; es ist auch eine Plattform für Inhalte, die im und für das Radio produziert werden. Fast 27 Prozent aller Onliner haben 2010 schon einmal Radio als Livestream gehört. Charakteristisch ist die eher gelegentliche Nutzung, 15 Prozent aller Onliner hören zumindest gelegentlich (monatlich oder seltener) Radio über das Internet. Wie Annette Mende anhand einer qualitativen Studie weiter ausführt, sind Radio und Internet für die junge Generation verschiedenartige mediale Bereiche, die in keiner funktionalen Wettbewerbssituation stehen, sondern unterschiedliche Leistungen bieten.

Ergebnisse im Überblick unter www.media-perspektiven.de

Quelle: http://www.kompetenzz.de/Aktuelles/ARD-ZDF-Onlinestudie-2010