Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die neuen Gottfried Wilhelm Leibniz-PreisträgerInnen bekannt gegeben. Der Hauptausschuss der DFG bestimmte drei Wissenschaftlerinnen und acht Wissenschaftler für die Auszeichnung mit dem bedeutendsten deutschen Forschungspreis. Sie waren zuvor vom zuständigen Nominierungsausschuss aus 158 Vorschlägen ausgewählt worden.
Den "Förderpreis im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm" erhalten für das Jahr 2008:
"Die neuen Preisträgerinnen und Preisträger stehen für das hervorragende Niveau und die fachliche Breite der Spitzenforschung in Deutschland", unterstrich DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner anlässlich der heutigen Entscheidungen. Kleiner verwies darauf, dass der seit 1986 vergebene Leibniz-Preis längst nicht nur die angesehenste Auszeichnung für Forscherinnen und Forscher in Deutschland ist. "Sechs der Ausgezeichneten haben nach dem Leibniz-Preis auch den Nobelpreis erhalten, darunter die Entwicklungsbiologin Christiane Nüsslein-Volhard und der diesjährige Chemie-Nobelpreisträger Gerhard Ertl", sagte Kleiner. "Der Leibniz-Preis ist damit weltweit ein Gradmesser für allerhöchste wissenschaftliche Qualität."
Kurzporträt:
Prof. Dr. Susanne Albers (42), Theoretische Informatik, Institut für Informatik der Universität Freiburg (2,5 Mio. Euro)
Susanne Albers hat in der Informatik die Forschung zu effizienten Algorithmen über die letzten 15 Jahre maßgeblich mitgeprägt. In Deutschland gilt sie als die Expertin, weltweit als eine der führenden Wissenschaftlerinnen auf diesem Feld. Mit ihren Arbeiten gelangen Albers wesentliche Optimierungen bei Online- und Approximationsalgorithmen, die - anders als bei klassischen Algorithmen - nicht zu Beginn einer Rechnung mit allen Daten versorgt, sondern immer wieder aktualisiert werden und für jeden neuen Input eine approximative Antwort berechnen müssen. Die von ihr entwickelten Modelle sind ein fundamentaler Beitrag zur Grundlagenforschung, ihre Resultate haben aber auch ein hohes Anwendungspotenzial. Dies zeigen auch Susanne Albers aktuelle Arbeiten zu energieeffizienten Algorithmen, die etwa in Laptops und Mobiltelefonen von großer Bedeutung sind.
Nach dem Studium der Mathematik, Informatik und Betriebswirtschaftslehre in ihrer Heimatstadt Osnabrück promovierte Susanne Albers 1993 an der Universität des Saarlandes im ersten DFG-Graduiertenkolleg Informatik. Anschließend arbeitete sie bis 1999 am Max-Planck-Institut für Informatik und hielt sich für mehrere Forschungsbesuche in den USA, Japan und im europäischen Ausland auf. Mit nur 33 Jahren habilitierte sich Albers 1999 und erhielt sogleich drei Rufe auf Professuren, von denen sie dem nach Dortmund folgte. Seit 2001 hat sie den Lehrstuhl für Informations- und Kodierungstheorie an der Universität Freiburg inne.
Weitere Informationen zu den PreisträgerInnen unter: www.dfg.de