Top-Managerinnen genießen in Deutschland noch immer Seltenheitswert. Andere Länder haben überholte Rollenklischees längst aufgegeben - aus gutem Grund. Weibliche Führungskräfte steigern den Firmenwert. Ein Blick in die Chefetagen von WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal.
Wer hier oben sitzt, der hat es verdammt weit gebracht. Oder vielleicht sollte man schon an dieser Stelle schreiben: Die hat es verdammt weit gebracht. Hierher nämlich, wo ein weicher Teppich jeden Schritt dämpft, wo der Blick über das Berliner Regierungsviertel schweift und eine Seitentür dezent in das Sitzungszimmer nebenan führt. Vorzimmerdamen, Designklassiker, das Handy griffbereit, ein typisch deutsches Vorstandsbüro eben. Nur dass hinter diesem Schreibtisch eine Frau sitzt. Und das wiederum ist ganz und gar nicht typisch.
Im 24. Stock des Bahntowers liegt das Büro von Margret Suckale, Personal-Vorstand der DB Mobility Logistics. Was bemüht anglizistisch klingt, ist der neue Name für jenen Teil der Bahn, der bei einem Börsengang privatisiert werden soll.
Und genau hier liegt das Problem. Das Frauen-Problem. Über Monate war Margret Suckale immer die einzige. Sie war die einzige Vorstandsfrau in den 100 größten Unternehmen Deutschlands. Die einzige Frau im Top-Management des Mutterkonzerns, der Deutschen Bahn (DB). Die einzige Frau, der man zutraute, sich mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn anzulegen. Die einzige Frau, die auch nach nächtlichen Tarifverhandlungen im gestärkten Blusenkragen und knitterfreien Hosenanzug vor die Kameras trat.
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