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Studentinnen sind weniger zufrieden als Studenten

Die Studentinnen und Studenten an deutschen Universitäten und Fachhochschulen sind mit der Qualität des Studiums zunehmend zufrieden. Viele wünschen sich allerdings noch eine bessere Betreuung im Studium und beim Übergang in den Arbeitsmarkt sowie mehr Praxisbezug - besonders die Frauen.

Im 10. Studierendensurvey zu "Studiensituation und studentischen Orientierungen", den das Bundesbildungsministerium (BMBF) veröffentlichte, überwiegen erstmalig in der Bilanz die positiven Bewertungen zu allen vier Grundelementen der Studienqualität: inhaltliche Qualität, Aufbau des Studienganges, Durchführung der Lehrveranstaltungen sowie Beratung und Betreuung durch die Lehrenden. Auffallend ist aber, dass die Studentinnen sich häufiger eine Verbesserung ihrer Studiensituation wünschen als die Studenten. Besonders auffällig sind die Unterschiede in den folgenden Bereichen:

  • Eine Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für Hochschulabsolventen wünschen sich 44% der Studentinnen an Universitäten und 54% an Fachhochschulen, während nur 25% bzw. 23% der Studenten dafür dringlichen Bedarf anmelden.
  • Ein stärkerer Praxisbezug wird hauptsächlich von Studentinnen an Universitäten (49%) verlangt; von den Studenten sind es 36%, die diesen Wunsch äußern.
  • Lehrveranstaltungen in kleinerem Kreis möchten an den Universitäten 47% der Studentinnen, jedoch nur 36% der Studenten.
  • Intensivere Betreuung durch die Lehrenden wünschen sich 37% der Studentinnen und 29% der Studenten an den Universitäten.
  • Mehr EDV-Beratung streben 25% (Uni) bzw. 29% (FH) der Studentinnen an, Studenten nur zu 15% bzw. 18%.
  • Die Erhöhung der BAföG-Sätze wünschen sich studierende Frauen mehr als Männer, insbesondere an den Fachhochschulen (43%), aber auch an den Universitäten (35%). Unter den Studenten äußern 31% (FH) und 28% (Uni) diesen Wunsch.
  • Solidarisch zeigen sich Studentinnen auch bei der Forderung nach einer besseren Unterstützung für Studierende mit Kind. Rund jede vierte Studentin spricht sich dafür aus, während nur jeder siebte Student sich dem anschließt.

Mit ihrer vergleichsweise umfangreichen Kritik an den Studienbedingungen signalisieren die Studentinnen, dass sie die Hochschulausbildung in mancherlei Hinsicht für verbesserungswürdig halten. Auch soziale Themen wie BAföG und Kinderbetreuung unterstützen sie mehr. Studentinnen stehen zudem stärker für eine berufsnahe Ausbildung und möchten die beruflichen Chancen vor allem für Frauen verbessert sehen. Ihre häufigeren Forderungen nach einer nachhaltigen Verbesserung der Situation von Frauen an den Hochschulen, auch im Bereich der Stipendien und Stellen, werden dadurch gestützt.
Die komplette Studie steht auf der Homepage des Bildungsministeriums zum Download zur Verfügung.

Quelle: www.bmbf.de

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